Pinsel mit Tusche

Wie Kinder lernen

„Bildung ist aktiv, sozial, sinnlich und lustvoll.“
Berliner Bildungsprogramm

Aktiv

Kinder sind in jeder Minute mit Lernen befasst. Ihr Gehirn ist biologisch darauf angelegt, sich aktiv notwendiges Wissen zu verschaffen. Sie suchen sich selbst, was sie interessiert. Sie verfolgen eine selbst gestellte Aufgabe mit Ausdauer. Nachhaltige Lerneffekte, dauerhafte Verbindungen im Gehirn entstehen dabei nur, wenn die Kinder neu erworbenes Wissen mit bereits vorhandenem verknüpfen können.

Die Verantwortung der Erwachsenen ist es,

  • die Themen der Kinder wahrzunehmen und aufzugreifen,
  • Kinder in ihrem unbändigen Wissensdurst nicht einzuschränken – sondern gemeinsam mit ihnen eine reichhaltige, anregende Lernumgebung zu gestalten: Das umfasst die Gestaltung der Räume innen und außen, das Materialangebot, aber auch neue herausfordernde Lerninhalte an die Kinder heranzutragen.
  • Kinder in ihrem tätigen Aneignungsprozess von Welt in ihrem Spiel nicht zu unterbrechen, sondern für eine möglichst störungsfreie Lernatmosphäre zu sorgen.

Sozial

Kinder brauchen für ihr Weltverstehen  den Austausch mit anderen Kindern und Erwachsenen: Sie entwickeln Theorien über die Welt, versuchen sie zu deuten. Die Auseinandersetzung mit den eigenwilligen Deutungen anderer Kinder und mit den Fragen und Erklärungsangeboten von Erwachsenen ist notwendig für ihren Erkenntnisprozess. Über das Zusammenleben in der Kindergruppe bauen sie ihre soziale Intelligenz aus, deren Anfänge bereits mit 18 Monaten erkennbar sind.

Die Verantwortung der Erwachsenen ist es,

  • für Kinder da zu sein,
  • ihnen in ihren Bildungsbemühungen aufmerksam zu folgen,
  • eine sichere Lernumgebung zu gestalten, in der alle Kinder und Erwachsenen einander mit Respekt und Wertschätzung begegnen,
  • gemeinsam mit ihnen die Welt zu erforschen, mit ihnen Fragen zu formulieren und nach Erklärungsmöglichkeiten zu suchen – und keineswegs gleich die „richtige“ Antwort parat haben,
  • den Austausch der Kinder untereinander zu unterstützen.

Sinnlich

Kinder nehmen mit allen Sinnen wahr, lernen in jeder Sekunde aus ihren Wahrnehmungen und mit Hilfe ihrer sinnlichen Eindrücke. Sie sind noch nicht so reduziert auf das Lernen von Wort und Schrift wie wir Erwachsenen. Sie sehen, sie hören, sie riechen, sie tasten, um zu „begreifen“. Ihr Lernen ist raumgreifend: „Bewegung ist eine elementare Form des Denkens.“ (Schäfer, Berliner Bildungsprogramm, S. 45)

Die Verantwortung der Erwachsenen ist es,

  • Kindern das Lernen „in Bewegung“ zu ermöglichen – durch Bewegungsanregung und Bewegungsfreiraum,
  • Lernen nicht auf „Stillsitzen am Tisch“ und auf „Belehrung“ zu reduzieren,
  • eine alle Sinne herausfordernde Lernumgebung zu gestalten,
  • nicht künstliche Lernsituationen zu schaffen, sondern das pralle Leben in seinem ganzen Reichtum als Fundus des Lernens wahrzunehmen und den Kindern zugänglich zu machen.

Lustvoll

Hirnforscher wissen es längst: Nachhaltige Lernprozesse gibt es nicht ohne Freude. Das Aha-Erlebnis („Wissen macht Ah!“), die Begeisterung über neu Entdecktes, der Stolz auf Erreichtes, die Überwindung von Schwierigkeiten lösen Dopamin aus, Dieser Botenstoff ist nötig, um Verbindungen im Gehirn herzustellen, die langfristig Bestand haben. Und genau so lernen Kinder auch: Sie sind gierig nach Wissen, wollen Neues erfahren, suchen Antworten – und lachen laut und hüpfen vor Freude, wenn sie etwas „begriffen“, „erfasst“ haben.

Die Verantwortung der Erwachsenen ist es,

  • die Freude der Kinder am Lernen unbedingt zu erhalten und zu fördern!
  • Lerngelegenheiten zu schaffen, die Kindern ermöglichen, sich mit Lust und Spaß ein Bild von der Welt zu machen, sich zu bilden.

(Regine Schallenberg-Diekmann - Pädagogische Geschäftsführerin von INA.KINDER.GARTEN gGmbH)