Pinsel mit Tusche

Integrationspädagogik in Krippe, Kindergarten und Hort

In Zeiten, in denen die Ressourcen immer knapper werden und zugleich der soziale Wandel zur zunehmenden Belastung von Familien führt, nimmt die Kindertagesstätte einen immer wichtiger werdenden Auftrag wahr. Die Kindertagesstätte ist ein Haus für alle Kinder – egal aus welchem sozialen oder kulturellen Hintergrund sie kommen und auch unabhängig davon, welchen Entwicklungstand oder Förderbedarf sie haben. Jedes Kind ist anders und doch sind es alles Kinder. Sie in ihrer Entdeckerfreude, in ihrem sprachlichen, körperlichen und sozialen Lernen zu unterstützen, ihnen eine anregende Umgebung zu schaffen, aber zugleich ihr Bedürfnis nach Rückzug und Zuwendung zu entsprechen, sind die zentrale berufliche Herausforderung für Erziehrinnen. Sie muss jedes Kind in seiner Individualität sehen und es ebenso individuell fördern. Auch die Behinderungen und Förderbedarfe der Integrationskinder sind verschieden und so ist die Arbeit in diesem Bereich ein ständiger Prozess des Lernens und Abwägens selbst für „gestandene“ Facherzieherinnen.

Integration passiert nicht zufällig, gleichsam von selbst. Sie ist verbunden mit einer grundsätzlichen Haltung der Erzieherinnen gegenüber den Kindern, auch dem eigenen Umgang mit „Anderssein“. Wenn sie gelingen soll, muss sie zudem von allen Fachkräften gewollt, gelebt und umgesetzt werden. Die Verantwortung für die Integration der Facherzieherinnen allein zuzuschreiben, steht im Widerspruch zur Integration selbst. Die enge Zusammenarbeit aller Pädagogen, aber auch mit den Eltern und anderen Fachstellen zum Wohle der Kinder ist eine zentrale Grundlage.

All das braucht Zeit! Glücklicherweise sind die Rahmenbedingungen für die Integration von Kindern mit Behinderungen in Berlin gut. Es gibt zusätzliche Förderstunden, die über Personalzuschläge durch das Land Berlin finanziert werden. Darum beneiden uns andere Bundesländer. Wenn der Gesetzgeber jedoch die Eingliederung der Menschen mit Behinderungen, also auch der Kinder, in der Gesellschaft ernst nimmt, muss er bereit sein, dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen. Damit wirklich allen Kinder die Möglichkeit zur Chancengleichheit eingeräumt wird!

Auszug aus dem Vorwort des Buches:
„In der Vielfalt liegt ein Zauber - Integrationspädagogik in Krippe , Kindergarten und Hort“
Hrsg: TAEKS e.V
Westkreuz-Verlag, November 2009
(Text von Claudia Gaudszun, Kitareferentin des Paritätischen Berlin)