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02.10.2019

Stellungnahme des BERLINER KITABÜNDNISSES

zur Umsetzung des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung (KiQuTG) / „Gute Kita Gesetz“ in Berlin.

Das BERLINER KITABÜNDNIS besteht seit 2008 als ein Zusammenschluss von verschiedenen Organisationen und Einzelpersonen. Die Erstunterzeichner sind 19 Organisationen aus dem Berliner Kitabereich. Darunter befinden sich Gewerkschaften, Kitaverbände, große Kitaträger und Elternvertretungen, die das Spektrum der Berliner Kitas in öffentlicher und freier Trägerschaft abbilden. Neben diesen unterstützen über 1.000 Einzelpersonen das BERLINER KITABÜNDNIS.

Das zum 1. Januar 2019 in Kraft getretene Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung (KiQuTG), von der Bundesfamilienministerin griffig das „Gute-Kita-Gesetz“ genannt, soll bis 2022 die Weiterentwicklung der Kita-Qualität mit finanziellen Mitteln des Bundes unterstützen.

Ursprünglich als Initiative angelegt, um gleiche Bedingungen der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung für alle Kinder in Deutschland zu schaffen, scheint dieses Ziel zugunsten eines weiterhin föderalen Patchwork aufgegeben worden zu sein. Darüber hinaus verschwimmen die Bereiche der Stärkung frühkindlicher Bildung und der Familienpolitik auf der anderen Seite zunehmend miteinander.

„In Berlin wird ein bunter Blumenstrauß an Maßnahmen zum Tragen kommen, die mal mehr mal weniger geeignet erscheinen, Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung voranzubringen“ äußert Dorothee Thielen vom Paritätischen Berlin, Mitglied des BERLINER KITABÜNDNISSES.

Das BERLINER KITABÜNDNIS begrüßt alle Maßnahmen, die die Kita-Leitungen und pädagogischen Fachkräfte in ihrer Arbeit unterstützen und damit den Kindern zu Gute kommen. Hier sind vor allem die Verbesserung des Kitaleitungsschlüssels, die Erweiterung der Praxisanleitung, die Stärkung der Fachberatung als Unterstützungssystem und der Ausbau der Kindertagespflege zu nennen.

Kindertageseinrichtungen brauchen Kita-Leitungen mit ausreichend Zeit für die Begleitung der Kita-Teams, die nachhaltige Sicherung der Qualität vor Ort und die Zusammenarbeit mit Eltern. Die Fachberatung bietet den Kitaleitungen und Teams einen starken Rahmen und gute Unterstützung in der Reflexion des eigenen Tuns. Deshalb sind Ressourcen hier sinnvoll investiert. Fachkräfte zu gewinnen und zu binden sowie Quereinsteiger*innen zu qualifizieren und auszubilden ist zu einer zentralen Strategie geworden, um Kita-Qualität nachhaltig zu sichern. Mit der Ausweitung der Praxisanleitung werden den Einrichtungen Ressourcen zur Verfügung gestellt, die sie bei der Einarbeitung und guten Anleitung neuer Mitarbeiter*innen unterstützen.

Die Kindertagespflege als ein Teil des Betreuungssystems erfährt endlich die Aufwertung und Verbesserung, die es braucht, um dieses Angebot attraktiv für Personen zu machen, die sich in der Tagespflege engagieren wollen und auch fachlich zukunftsfähig auszugestalten.

Strittig bleibt die politisch gewollte „Brennpunktzulage“. Richtig ist, dass insbesondere Kindern mit Förderbedarfen und aus sozial schwachen Familien, die bestmögliche Bildung, Erziehung und Betreuung zukommen soll. Warum die Senatorin dabei aber den Umweg über die Zahlung einer Brennpunktzulage einschlägt, bleibt in seiner Zielerreichung zweifelhaft.

„Kurzfristig wird vielleicht die Attraktivität dieser Arbeit durch finanzielle Anreize für Mitarbeiter*innen in Einrichtungen in benachteiligten Quartieren steigen. Die Rahmenbedingungen für die Betreuung der Kinder werden damit aber nicht nachhaltig gestärkt. Den häufig heterogenen Förderbedarfen dieser Kinder wird eine solche Zulagenzahlung nicht gerecht“ erklärt Babette Sperle vom Dachverband der Kinder- und Schülerläden (DaKS), Mitglied des BERLINER KITABÜNDNISSES.

Ein flexibler Umgang der Einrichtungen mit einem Brennpunkt-Budget wäre dem Ziel einer passgenauen Förderung, der bestmöglichen Unterstützung auf dem Weg in und durch das Bildungssystem und damit der Prävention von Kinder- und Familienarmut sehr viel mehr gerecht geworden. Hier gilt es aus Sicht des BERLINER KITABÜNDNISSES nachzubessern.

Das BERLINER KITABÜNDNIS befürwortet weiterhin alle Strategien, die die Fachkräfte in ihrer Arbeit unterstützen und damit mittelbar einer Sicherung der Qualität der Kindertagesbetreuung zugutekommen. Die konkrete Umsetzung der einzelnen Maßnahmen werden wir aufmerksam verfolgen und kritisch begleiten.

 

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:

Babette Sperle (DaKS)                                                                              Tel. 0171 1066746

Christiane Weisshoff (GEW)                                                                    Tel. 0171 2002763

Torsten Wischnewski-Ruschin (Der Paritätische Berlin)                    Tel. 0172 2870889

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